Interview mit dem Logistik-Spezialisten
Bauer Logistik

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Dr. Becher von Bauer Logistik

Dr. Becher von Bauer Logistik

Sicherer Kran-Transport auf ganzer Linie

Der Logistikspezialist Bauer setzt in seinen neuen AutoCon-Automatikkranlinien auf Sicherheitstechnik von HIMA. In den Kranlinien kommt das neue Data-Matrix-Wegmesssystem PCV80A zum Einsatz, das eine sicherheitsgerichtete Erfassung der Kranpositionen bis SIL 3/PL e ermöglicht.

Wir haben mit Dr. Becher von Bauer Logistik gesprochen:

 

Herr Dr. Becher, bitte stellen Sie unseren Lesern die Johannes Bauer Logistik-Systeme GmbH & Co KG kurz vor.
Die Firma J. Bauer Logistik-Systeme GmbH & Co KG ist als Mitglied der Heliograph Holding seit über fünfzig Jahren verlässlicher Partner der Druckindustrie. Die Produktpalette reicht von handgeschobenen Wagen über einfache Hebezeuge bis hin zu vollautomatischen Kran- und Hochregallagerlösungen. Alle unsere Produkte richten sich zumeist an Kunden, die Tiefdruck oder Flexodruck betreiben bzw. Dienstleister dieser Industrie sind. Das Unternehmen hat sich einen Namen gemacht als Experte für den Transport und die Lagerung der Druckformen bzw. Druckzylinder. Die Kunden der Firma J. Bauer verteilen sich auf so unterschiedliche Brachen wie Zeitschriftenpublikation, Holz- und Möbelindustrie oder Verpackungsindustrie.


Was genau machen die Automatikkranlinien von Johannes Bauer Logistik-Systeme GmbH & Co KG?
Die unter dem Label AutoCon verkauften Fertigungslinien dienen der Herstellung von Verpackungsdruckzylindern. Darin involviert sind vollautomatische galvanische (Verkupfern, Verchromen) und mechanische Prozesse (Schleifen, Polieren) für die Erneuerung einer bebilderungsfähigen Oberfläche sowie Maschinen zur Bildübertragung , den Laser- oder mechanischen Graviermaschinen. Die Firma J. Bauer erstellt die zugehörige Krananlage bestehend aus Wagen und deren Stationen für die Beschickung der Fertigungslinie, verschiedene Arten der Zwischenlagerung und den Kranen für die Bestückung der Einzelanlagen im Fertigungsprozess. Die Steuerung der Abläufe übernimmt ein kombiniertes SPS und PC basierendes Steuerungssystem der Firma K. Walter, einem weiteren Mitglied der Heliograph. Für die Überwachung der komplexen Sicherheitsanforderungen wird ein Sicherheitsnetzwerk mit Komponenten der Firma HIMA eingesetzt.


In welcher Form wird Sicherheitstechnik benötigt?
Das Leben ist ein hohes Gut. Kompakte Einzelanlagen werden meist auf sehr kleinteiligen Flächen aufgestellt. Die Einzelanlagen erfordern trotz des sehr hohen Automatisierungsgrades eine bestimmte Aufmerksamkeit durch das Bedienpersonal. Die Anforderungen an die Umschlagszahlen innerhalb einer solchen AutoCon - Linie wachsen ständig, um den Märkten unserer Kunden Rechnung zu tragen und die Wirtschaftlichkeit der Investition zu gewährleisten. Die Tatsache, dass Personen sich im Wirkbereich eines schnell fahrenden Krans aufhalten, um erforderliche Aktionen an den Fertigungsanlagen vorzunehmen, erfordert eine flexible, komplexe Sicherheitslösung. Diese Sicherheitslösung muss bei Anwesenheit von Personen deren Sicherheit im Rahmen der Ergebnisse von Risikoanalysen Rechnung tragen und gleichzeitig die maximale Verfügbarkeit der möglichen Fertigungskapazität bereitstellen. Ein Teil der Prozesse erfordert zur Wahrung der Zielqualität eine strenge Einhaltung der zeitlichen Abfolge. Derartige Vorgaben lassen sich nur durch eine vernetzte, flexibel programmier- und gestaltbare sicherheitstechnische Lösung darstellen.

„HIMA hat uns (…) ein schlüssiges und vollständiges Konzept zur Verfügung stellen können“

Es gibt viele Hersteller von Sicherheitstechnik. Was macht die Lösung von HIMA für Sie so interessant?
In einem vorangegangenen Projekt im Bereich der Lagertechnik gab es bereits gute Erfahrungen. Die HIMA hat uns zu einem Zeitpunkt, als wir unser Sicherheitskonzept für derartige Kranlinien begannen neu zu konzipieren, ein schlüssiges und vollständiges Konzept zu Verfügung stellen können und uns bei der Umsetzung beratend unterstützt. Wesentlich war uns zu diesem Zeitpunkt auch die fortgesetzte Nutzung von uns bekannten Antriebskomponenten. Als die HIMA ihr Portfolio um ein absolutes Wegmeßsystem ergänzte, welches bei schlupfbehafteten Antrieben ohne weitere Gebertechnik eingesetzt werden kann, war dies ebenfalls ein Argument für die Nutzung dieser Technik.


Welche Projekte haben Sie mit einer Sicherheits-Lösung von HIMA umgesetzt und wie sind hier Ihre Erfahrungen?
Seit etwa 2010 haben wir bei zwei vollautomatischen Zylinderhochregallagern und bei etwa 10 AutoCon Formherstellungslinien die erarbeiteten Konzepte eingesetzt und dynamisch ergänzt. Die damit erreichten Lösungen erfüllen die gestellten Anforderungen und liefern schon jetzt die Voraussetzungen zur Erweiterung der Anlagentechnik. Eine Erweiterung ist immer ein Vorgang, der möglichst bei nur wenig geminderter Produktionskapazität erfolgen soll. Die flexible Sicherheitslösung ist unter diesem Aspekt eine Voraussetzung. Eine grundlegende oder nachträgliche Implementierung von Sicherheitstechnik ginge immer mit einer kompletten Stillsetzung der Fertigungslinie über einen nicht unbeträchtlichen Zeitraum einher.


Welche Wirtschaftlichkeitspotentiale können Sie in moderner Sicherheitstechnologie erkennen?
Auf der Grundlage Konformität zur MRL 2006/42/EG zu erreichen, ist programmierbare Sicherheitstechnologie verglichen mit Lösungen basierend auf Einzelkomponenten transparenter, durchgängig programmierbarer und flexibler an sich ändernde Voraussetzungen anpassbar. Eine Voraussetzung an die Wirtschaftlichkeit ist ebenfalls Granularität um unnötige Hardware zu vermeiden. Unter gegebenen Voraussetzungen wird durch die flexible Sicherheitstechnik ein Sicherheitsniveau erreicht, bei dem das hohe Leistungspotential moderner Geräte- und Anlagentechnik erst ausgeschöpft werden kann.

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„Der zunehmende Einsatz von Software ist Fluch und Segen.“

Wie beurteilen Sie die Tendenz, verstärkt Software basierte Sicherheitsfunktionen anstelle von überwiegend Hardware basierenden Lösungen einzusetzen?
Der zunehmende Einsatz von Software ist Fluch und Segen. Eine vollständige Prüfung und Validierung von Software, wie sie im Rahmen von MRL 2006/42/EG nötig ist, ist für kleine Unternehmen nahezu nicht lösbar. Dies ist speziell im Anlagengeschäft so, bei dem sich die Lösung immer kundenspezifisch neu definiert. Anstelle einer intensiveren Technikplanung im Projektgeschäft verlagern sich die Aufgaben der Anpassung (der Kundenspezifik) in die Software. Damit verschiebt sich auch der Zeitpunkt der Fertigstellung und Nachprüfbarkeit auf das Ende der Inbetriebnahmephase beim Endkunden. Dies birgt natürlich entsprechende Risiken. Dem gegenüber steht eine ständig variierende Hardwareausstattung mit großen Einschränkungen der Reaktion auf sich während der Projektabwicklung entstehenden Abweichungen von der Planung. Neben diesen Überlegungen hat auch die Transparenz der Anlagentechnik für die Fernwartung eine große Bedeutung.


Haben Sie konzeptionelle Ideen, für die es noch keine konkreten Lösungen/Produkte im Markt gibt?
Die Produktvielfalt am Markt lässt derzeit kaum Wünsche offen. Zentrales Thema eines kleinen, aber sehr flexiblen Unternehmens ist Kontinuität bei der angebotenen und einmal eingesetzten Technik sowie der Wunsch an weitgehender Vernetzbarkeit mit vorhandenen älteren Lösungen als auch mit aktuellen Systemen anderer Hersteller, um gut aufgestellt zu sein für die von den Kunden gestellten Anforderungen.

Wie sehen Ihrer Meinung nach die sicherheitstechnischen Intralogistik-Konzepte der Zukunft aus?
Wir streben eine starke Vereinfachung an. Das Bewusstsein und Verständnis der kausalen Zusammenhänge an zusätzlicher Sicherheitstechnik und Anforderungen, wie ständiger Begehbarkeit automatischer Linien wächst bei unseren Kunden. Es entsteht ein zunehmendes Bewusstsein, dass sich bestimmte Verhaltensweisen auch als besonderer Komfort ausgedrückt werden kann und durch veränderte Arbeitsorganisation vermieden werden kann. Dadurch kann auf komplexe Verhaltensweisen und segmentiert differentielles Verhalten der Anlagen- und Sicherheitstechnik verzichtet werden. Der Überbegriff ist Abkehr von überlebten, traditionellen Nutzungspraktiken und Optimierung der Sicherheitstechnik durch Vereinfachung.

Herr Dr. Becher, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kontakt
Hotline
Tel: +49 6202 709 593
Fax: +49 6202 709 250
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pcv80a@hima.com

 

 




SuccessStory

Sicherheitssystem für eine Automatikkranlinie

SuccessStory - Sicherheitssystem für eine Automatikkranlinie

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Weltweit erste lineare sicherheitsgerichtete Wegmessung bis SIL 3, PL e

Das Wegmesssystem von HIMA ermöglicht eine sicherheitsgerichtete Erfassung der Kranposition. Damit kann eine bereichsweise positionsabhängige Zutrittsabsicherung erreicht werden, ohne die komplette Anlage abschalten zu müssen.

Projektübersicht

Branche
Logistik/Intralogistik

Kunde
Johannes Bauer Logistik-Systeme GmbH & Co KG

Endkunde
4packaging GmbH

Applikation
Lineare sicherheitsgerichtete Wegmessung

Hardware

  • 2 F30 HIMatrix
  • 1 F1 DI 16 HIMatrix
  • 1 F3 DIO 20/8 HIMatrix
  • 1 F3 DIO 8/8 HIMatrix
  • Data-Matrix-Wegmesssystem: PCV80 

Kommunikation

  • Modbus TCP
  • safeethernet

Vorteile der HIMA Lösung

  • Sofortige Positionserkennung bei Spannungswiederkehr nach Wartungs-Aus oder nach plötzlichem Spannungsabfall (z. B. Kurzschluss, Blitz)
  • Sicherheitsgerichtete Positionsmessung mit nur einem Sensor
  • Schlupffreie Absolutwegmessung, da keine beweglichen Teile
  • Sicherheit bis SIL 3/PL e
  • Genauigkeit durch einstellbare Auflösung: 0,1 mm, 1 mm
  • Erhöhte Zuverlässigkeit durch Coderedundanz
  • Höhere Anlagen-Produktivität durch weniger Stillstandszeiten