Der niederländische Standort Moerdijk von Shell ist einer der bedeutendsten Produktionsstätten für Ethylen und artverwandte Produkte in Europa. Im Zuge eines Revamps der Ethylen-Anlage, die mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 1 Mio. t Ethylen pro Jahr eine der größten Europas ist, wurde die alte Sicherheitstechnik gegen 17 sicherheitsgerichtete H51q-Steuerungen der HIMA Paul Hildebrandt GmbH + Co KG ausgetauscht.
Die Kopplung der HIMA-Sicherheitssysteme zum Yokogawa-Leitsystem via MODBUS TCP stellt dabei einen extrem schnellen Datentransfer sicher. Der enorme Vorteil dieser Kommunikation liegt darin, dass die heutzutage standardmäßigen Netzwerk-Komponenten, wie Switches und Ethernet-Netzwerkkarten, genutzt werden können. Diese erlauben einen rund 20-fach (10 MBit/s) schnelleren Datendurchsatz als bisher.
Die Lieferung von HIMA umfasste sämtliche sicherheitsgerichteten Steuerungen, das Projektmanagement für die Systeme, das Engineering der Hard- und Software sowie den On-site Support. Die fehlersicheren, SIL 3-zertifizierten H51q-Systeme erfüllen die seitens Shell geforderte hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Zentrale Aufgabe der redundanten SIL 3-Steuerungen ist die Abschaltung von kritischen Anlagenteilen (ESD = Emergency Shut Down). Des Weiteren werden sie in F&G (Fire & Gas)-Applikationen sowie in der Brennersteuerung eingesetzt.
Die 17 HIMA-Systeme verarbeiten sicherheitstechnisch rund 2.500 Signale. Vier der H51q-Steuerungen kommen bei der Überwachung von drei Hochdruckkesseln sowie einem Mitteldruckkessel zum Einsatz. Sieben weitere Systeme überwachen die 18 Spaltöfen der Ethylen-Anlage. Die restlichen sechs Steuerungen teilen sich auf die Butadien-Rückgewinnung, einen Hydrotreater, eine Lagereinheit sowie zwei weitere Units auf.
Bei diesem Projekt wurden die neuen Zentralbaugruppen für das H51q-System eingesetzt. Der Vorteil: Bei einem Austausch der CPU, der auch während des Anlagenbetriebes möglich ist, werden Daten und Programm automatisch von der neuen CPU übernommen (Self-Education). Dies vereinfacht die Handhabung und vermeidet Fehler. Das Gesamtsystem erfüllt auch während eines Austauschs die Anforderungen bis SIL 3. Ein weiterer Vorteil der CPUs ist die Reload-Funktionalität. Sie ermöglicht die Durchführung von Programmänderungen ohne einen System-Stopp.